Edit by Don Dahlmann, Admin
Ich hab lange überlegt, ob ich den Brief hier stehen lassen, oder nicht. Denn es handelt sich um einen Vorgang, der so direkt mit dem Thema "Internet/Abmahung" nichts zu tun hat. Desweiteren ist das hier kein Ort, um seine Fehden mit wem auch immer auszutragen.
Ich lasse ihn ausnahmsweise stehen, weil der Autor in seinem Brief auch die Argumente der Gegenseite verlinkt hat und die Geschichte so relativ offen ist.
Ich weise aber noch mal daraufhin, dass dies hier keine Seite ist, auf der man Streitigkeiten austauscht. Sie dient dem Austausch, und dem Hinweis auf Abmahnungen.
Es ist kein Problem, wenn man hier einen Link auf seine Seite setzen will, auf der dann ein offener Brief an wem auch immer zu finden ist. Alles andere ist jedoch für diese Seite eher gefährlich, denn wenn es schlecht kommt, bin ich verpflichtet auch der Gegenseite ein Forum zu bieten. Ich habe keine Lust zwischen irgendwelchen Fronten zu stehen.
Danke
DD
Sehr geehrter Univ.-Prof. Dr- rer. net. habil Peter Scharff,
innerhalb von 24 Stunden haben Sie mir via Luftpost und Expresszustellung eine
Unterlassungserklärung zukommen lassen. Es scheint Ihnen wichtig zu sein.
Mir auch.
Ich möchte Ihnen deshalb einen offenen Brief schreiben - auch, um der von Ihnen verlangten Klarstellung nachzukommen und meine Äußerungen zu belegen.
Sie
schreiben, meine Äußerungen wirkten rufschädigend und entsprächen nicht den Tatsachen. Sie sehen sich die braune Ecke gestellt, weil ich über einen Studentenvertreter berichtete, welcher mit einem
Hitlergruß auf sich aufmerksam machte? Sie fühlen sich diffamiert, weil ich darüber berichtete, dass Burschenschafter als Studentenvertreter agieren? Sie glauben, zu Unrecht mit Ewiggestrigen in Verbindung gebracht zu werden, weil ich aufdeckte, dass die Burschenschaft
Baltia Gotia den Studentenrat bei seiner
Erstsemesterwoche sponsorte?
Da haben Sie Recht!
Die TU Ilmenau und Sie als ihr Vertreter waren nie gemeint.
Sondern der Studentenrat und seine Mitglieder.
Über Burschenschaften indes kann man denken, was man will. Oder doch nicht? So haben die
Sozialdemokraten (SPD) und die
Grünen, sowie
Studentenvertreter anderer Universitäten längst Stellung zu den Burschenschaften gezogen.
Ich
auch.
Wussten Sie, dass der Verfassungsschutz Burschenschaften seit Jahren beobachtet und Verbindungen zur NPD prüft?
Des Weiteren schreiben Sie, ich hätte Gegendarstellungen der o.g. Studentenvertretung entfernt. Nun, als angehender Medienwirtschaftler und ehemaliger Student unseres kompetenten Professors für Medienrecht, wäre es unverzeihlich - ja geradezu ein Armutszeugnis für die Lehre der TU Ilmenau - kennte ich den § 14 des Mediendienstestaatsvertrages nicht.
Aber eben auch den § 2 Abs. 1,2 MDStV, in welchem festgehalten wird, auf welche Diensteanbieter der Mediendienstestaatsvertrag und somit § 14 MDStV anzuwenden ist.
Aber davon einmal abgesehen, ist weder der Studentenrat noch sonst ein Vertreter der Studierenden an mich herangetreten und hat eine solche Gegendarstellung verlangt. Ihre Behauptung also, ich hätte Selbige gelöscht, ist somit unwahr und entspricht nicht den Tatsachen.
Wissen Sie, ich habe eine besondere Beziehung zur TU Ilmenau und seiner Stadt. Ist es doch Selbige, in welcher ich geboren bin, ich welcher uns die damalige Staatsicherheit bespitzelte, enteignete, und meine Mutter sowie meinen Vater inhaftierte. Vielleicht ist dies der Grund, weswegen ich heute genauer hinsehe.
Dass Sie jedoch kurz vor Studiumende einem Diplomanden mit seiner Exmatrikulation drohen und sein Erasmusstipendium bereits mit sofortiger Wirkung gestoppt haben, weil er seine Meinung äußert und Missstände aufzeigt, halte ich nicht nur für rechtlich fraglich, sondern lässt mich auch unweigerlich an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte erinnern.
Ich werde auch diesmal nicht schweigen.
Ganz im Sinne einer aufgeklärten Universität sollte jeder Studierende das Recht - ja die Pflicht haben - solche Missstände frei äußern zu dürfen, ohne Represalien bis hin zu seiner Exmatrikulation befürchten zu müssen.
Als Sie damals, frisch im Amt und zugeggeben aufgrund eines unrühmlichen
Zwischenfalls, alle Sprachen bis auf Deutsch und Englisch auf den Webseiten der TU Ilmenau
verboten haben, war ich es, der dies nicht hinnehmen wollte. Durch unser persöliches Gespräch und spätestens mit meiner wissenschaftlichen Arbeit über die
Haftungsfragen der Universitätsleitung, konnten wir uns darauf einigen, dass der von Ihnen eingeschlagene Weg der Falsche sei.
Ich möchte auch diesmal das Gespräch mit Ihnen suchen, damit wir gemeinsamen an einem Strang ziehen, Ewiggestrige an der TU Ilmenau sowie in ihren Studentenvertretungen keinen Platz finden und unsere Universität weiterhin ein Hort der freien, aufgeklärten Meinungsäußerung bleibt.
Gerne lade ich Sie hierzu nach Madrid ein.
Mit freundschaftlichen Grüßen,
Tino Seeber
Student und Diplomand der TU Ilmenau
www.nyblog.de
michael3,
18. Feb, 12:07
thamthon,
18. Feb, 15:40